NEWS

01/21/2019

Wie aus Gras Plastikflaschen werden

Plastik vom Acker: Die eigene Bioraffinerie vor der Haustür könnte am Bauernhof der Zukunft Realität werden. Diesem Ziel ist Prof. Dr. Andrea Kruse von der Universität Hohenheim in Stuttgart nun einen großen Schritt nähergekommen. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie auf der Versuchsstation „Unterer Lindenhof“ ein Bioraffinerie-Technikum errichtet, das erstmals in einem kontinuierlichen Prozess aus Chinaschilf ein Ausgangsprodukt für Biokunststoffe herstellen wird.

Ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb, neben Scheunen und Hallen steht die Biogasanlage. Sie liefert Wärme und Strom an die danebenstehende Bioraffinerie. Der Landwirt füttert sie mit selbst angebautem Chinaschilf, dem Miscanthus. Es entsteht ein Ausgangsstoff für biogene Kunststoffe namens Hydroxymethylfurfural (HMF). Die nährstoffreiche Lösung wiederum, die in der Bioraffinerie als Reststoff anfällt, wird über die Biogasanlage aufs Feld zurückgeführt.

Das ist die Vision, wie sich Prof. Dr. Andrea Kruse vom Fachgebiet Konversionstechnologien nachwachsender Rohstoffe an der Universität Hohenheim den Bauernhof von morgen vorstellt. Plastik vom Acker, das aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wird und den Landwirten ein zusätzliches Einkommen beschert. Also Bioökonomie vom Feinsten.

Die Wissenschaftlerin arbeitet mit Ihrem Team seit Jahren daran, aus Biomasse sogenannte Plattformchemikalien der Bioökonomie herzustellen. HMF ist eine der wichtigsten. Aus ihm kann man zum Beispiel Getränkeflaschen (PEF), Lebensmittelverpackungen, Fasern für Autositze, Nylon für Strümpfe, Sportbekleidung oder Autoteile herstellen.
 

;